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Commodore Man

Administrator

Registrierungsdatum: 26. November 2013

Beiträge: 220

1

Sonntag, 8. November 2015, 22:07

Direktabtaster für Super 8 Filme

Der Titel sagt bereits alles Grundlegende: Ich beschäftige mich mit dem Transfer von Super 8 Filmen.

Es gibt diverse Möglichkeiten, Filme auf ein anderes Medium zu bekommen:

Am einfachsten ist das Abfilmen von Leinwand, welches aber immer mit Qulitätseinschränkungen verbunden ist.

Auch ein Spiegelkasten verschlechtert die Bildqulität des abzutastendes Materials.

Da bleibt nur noch Möglichkeit 3, die Direktabtastung. Aber selbst hier gibt es verschiedene Ansätze: Vor allem früher haben derartige Abtaster gerne nach der Flying Spot Technik gearbeitet. Das System ist aber auf eine nicht zu unterschätzende Steuerung und komplexe optiken angewisen, also fällt das schon mal raus.

Als zweites kann man einen Einzelbildabtaster bauen. Hier wird der Film sehr viel langsamer transportiert und wirklich jedes Bild für sich abfotografiert. Ein solcher Abtaster lässt sich mit gewissen Basteltechnischen Aufwand selbst bauen. Die Qualität der Abtastung ist als sehr gut zu bezeichnen. Aber es gibt hier ein großes Problem, welches die technik für mich uninteressant macht: Das abtasten von Tonfilmen ist so nicht möglich.

Ich selbst möchte auf Möglichkeit drei gehen und zwar dem Abfilmen von der Filmoberfläche. Hierbei verbindet man den Vorteil, dass die Abtastung in Echtzeit geschiet, also Tonfilme kein Problem sind und zudem trotzdem direkt von der Filmoberfläche abgetastet wird.
Oftmals wird eine solche Abtastung mit einem Projektor gemacht, welcher zum einen mit einer Spezialoptik und einer LED Beleuchtung ausgestattet ist, die die übliche Hotspot Bildung verhindert. Um das typische Abfilmflimmern zu verhindern werden Filme gerne mit einer Vielflügligen Blende abgetastet und die Kamera hat eine relativ lange Belichtungszeit. Dieses funtkioniert zwar im Grundsatz, bringt jedoch wieder eine Bildqualitätsverschlechterung mit sich: Es gibt keine saubere Bildtrennung, d.b. im Blöden Fall fallen 2 Einzelbilder des Filmes gleichzeitig in die Kamera und zum zweiten nimmt die Kamera Unschärfen auf, die durch einen nicht 100% fixen Bildstand des filmes kommen.

Deshlab möchte ich hier einen anderen Weg gehen: Die Abtastung mit 25 Bilndern/sec. Man hat hier dann ein 1 zu 1 Verhältniss der Bilder und ist voll 25p kompatibel. Dazu fällt der Geschwindigkeitsunterschied quasi nicht ins Gewicht. Selbst Kinofilme sind sehr lange Zeit mit 25 Bildern/sec abgetastet worden, wenn sie im TV ausgestralt werden sollten, oder für die Sicherung auf Videoband (PAL).

Ich habe mir schon einen Projektor auserkoren, der umgebaut werden soll. Jenen habe ich bei Ebay schon gekauft und er ist gerade auf dem Postalischen Weg zu mir.
Es ist ein ELMO ST1200. Ein Sehr Robustes Gerät, welches Magnet und Lichtton kann. Durch einen Drehstrommotor sollte es gut machbar sein, die Frequenz selbst bittels Frequenzsichter anzupassen.
Die Halogenlampe wird durch eine LED beleuchtung ausgetauscht.
Die Optik wird schon fertig bezogen. Hierbei handelt es sich um eine Spezialoptik, mit der es dann möglich sein wird, direkt mit einer Videokamera von vorne in den Projektor zu filmen.
Als Kamera kommt meine Sony Z5 HDV Kamera im Einsatz. Diese hat ausreichde Bildqualität und einen manuellen Modus, mit dem dann auch ein anpassen der Shutterzeit usw möglich ist.

Gruß C-Man
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Commodore Man

Administrator

Registrierungsdatum: 26. November 2013

Beiträge: 220

2

Samstag, 14. November 2015, 23:13

Ein kleines Update zu der Geschichte:

Der Projektor ist mittlerweile bei mir angekommen und nachdem ich gerade mal zu hause bin, konnte ich ihn auch mal begutachten.
Es gibt hier ein paar Gute und ein Paar eher nicht so Optimale Erkentnisse:

+Der Projektor befindet sich in einem Weniger schlechten Zustand, als Erwartet. Die Transporträder und Greifer haben alle Zähne, die Kunststoffzahnräder leiden nicht unter Rissbildung. Einzig ein Lager könnte Probleme Bereiten, aber ich denke, dass sich das beheben lassen sollte.

+Der Projektor ist echt Massiv gebaut und hat meiner ansicht nach einen recht guten Filmtransportmechanismus.

+Der Antrieb erfogt durch einen sehr großzügig dimensionierten Drehstrommotor mit Kurzschlussläufer, welcher intern mit 100 Volt befeuert wird. Da sollte sich also mit einem Frequenzumrichter schön was machen lassen. Selbigen habe ich auch schon da, wennauch dieser dann ausserhalb des Projektors wohnen muss.

+Der Projektor ist eine art Sondervariante mit Synchronmöglichkeit. Dies bedeutet in diesem Fall, dass es einen Reedkontakt mit Magnet direkt an der Antriebswelle gibt, der dann ein Bildsynchrones Signal erzeugen kann. Ich muss mir also um Tachosignale oder sowas keine Gedanken machen.

Nun zu den Punkten, die mir Probleme bereiten könnten:

- Der Projektor hat einen kombinierten Reibrad Riemenantrieb: Der Motor treibt 2 Reibräder an, von welchen je eines die Passende geschwindigkeit erzeugt. Hier hat das Lager von den 24Bilder/sec eben auch schon einiges an Spiel. Da merkt man, was mehr gelaufen ist. Auf jeden Fall befürchte ich durch die Kombination aus Asynchronmotor (Kurzschlussläufer), Riemen und Reibrad doch einen nicht zu unterschätzenden Schlupf im Antriebsstrang, der mir gewisse Sorgen bereitet, was die Geschwindigkeitsstabilität angeht. Ohne Regelung wird es auf jeden Fall nichts. Und mit Regelung bin ich mal Gespannt ;).

- Die Reibräder treiben direkt die verbaute 3 Flügel Blende an, welche hierzu einen umlaufenden metallring hat. Das heißt nun aber, dass ich diese nicht einfach rauspfeiffen und durch keine oder eine 2 oder 1 Flügelblende ersetzen kann.
Eine Möglichkeit wäre evtl 2 der Hellphasen im Rad zu schliessen, sodass man nur noch sehr kurze Einzelbildimpulse bekommt, wobei ich hier dann nicht weiss, was meine Kamera dazu sagt. das muss man mal probieren. Sonst müsste ich mir da im Antrieb was anderes einfallen lassen, was dann doch einen gewissen Aufwand bedeuten würde.

Als erstes wird sich nun um das Lager gekümmert. Danach wird dann der Motor mal an einen Ungeregelten frequenzumrichter angeschlossen, um zu sehen, wie er sich Überhaupt regeln lässt und wie hoch die Gleichlaufschwankungen sind. Zudem wird die Blende mal Profisorisch mit etwas Dünnem Blech verschlossen, um zu sehen, was die Kamera zu den recht knallen Hellphasen sagt. Zumindest würden so auch unschärfen durch zu lange Belichtungszeit reduziert.

Gruß C-Man
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gizmotronic

Anfänger

Registrierungsdatum: 24. August 2015

Beiträge: 35

3

Sonntag, 27. Dezember 2015, 22:18

Hallo C-Men,

da ich auch mit Filmprojektoren zu tun habe will ich Dir meine Erfahrung nicht vorenthalten, das das Verändern der Flügelblende mit starken Unwuchten einhergeht. Die Idee mit dem Frequenzumrichter hatte ich auch schon. Man braucht eine Version mit zwei Analogeingängen und dazu zwei Messumformer, die Frequenz in Spannung (0-10V) oder Strom(0-20mA) umwandeln. Dazu kommt, das die Frequenzumrichter drei Phasen ausgeben, die auch angeschlossen werden müssen. Es sei denn Du hast eine simple Phasenanschnittsteuerung.

Für Videoabtastungen gibt es aber auch einfachere Lösungen, z.B. von Telecine Components (Fälker)

Gruß Rainer
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Commodore Man

Administrator

Registrierungsdatum: 26. November 2013

Beiträge: 220

4

Mittwoch, 6. Januar 2016, 22:49

Hi!

Ich bin Praktisch gesehen noch nicht weiter voran gekommen bei dem Projekt. Der ELMO will immer noch einen Service haben.

Das mit dem Frequentumrichter habe ich mir wie Folgt vorgestellt:

Der Motor ist intern ein 3-Phasen Drehstrommotor mit Kurzschlussläufer, welcher über den Trafo im Gerät mit 110 Volt versorgt wird und dann einen Drehstom mittels Phasenverschiebung durch Kondensator bekommt.
Nun Klemme ich den Transformator da runter und betreibe den Motor direkt 3-Phasig am Fu. Mein Micromaster, der hierfür da steht ist zwar Leistungstechnisch etwas überdimensioniert, aber das Lässt sich im Menue Alles runterparametrieren. Auch eine Ausgangsspannung von 110 Volt ist da kein Thema.
Da der Motor ein Asynchronmotor ist brauche ich eben die Regelung dazu. Der Projektor hat eine Taktgebung für Synchronbetrieb. Diese Zapfe ich an und werde damit dann entweder durch einen Kleinen Arduino, oder alternativ mit einer einfachen SPS die Bildfrequenz messen und dadurch dann den Motor steuern. Dazu hat der Fu einen 0-10V eingan.
Im Groben soll de Steuerung so aussehen, dass eben immer die Zeit zwischen 2 Impulsen gemessen wird und dann entsprechend die Freuenz etwas erhöht oder gesenkt wird. Je nachdem wie stark die Abweichung ist um einen größeren oder Kleineren Betrag. Damit das ganze nicht rumschwingt wie Blöde, müssen freilich entsprechende Dämpfungen und so mit einprogrammiert werden.

Den eigendlichen Trafo werde ich dann zum Schluss vermutlich aus dem Elmo raus werfen, da die beiden Hauptaufgaben ja nicht mehr von Ihm erledigt werden müssen. Der Motor hat den Fu as Versorgung und die Lampe als großen Verbraucher gibt es auch nicht mehr. Lediglich der Ton Teil würde noch davon versorgt werden und da kann man sich dann auch was anderes einfallen lassen.

Gruß CMan
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gizmotronic

Anfänger

Registrierungsdatum: 24. August 2015

Beiträge: 35

5

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 11:13

Hi C-Man,

es scheint wohl nicht weiter gegangen zus ein, mit Deinem Filmprojektor?

Wollte noch anmerken, daß Du noch etwas entscheidendes vergessen hast. Der Projektor soll doch auf die Videokamera synchronisiert werden? Auch dieses Signal muss dem Frequenzumrichter zugeführt werden. Ansonsten hast Du keine Regelschleife. Leider gibt es für die Konvertierung eines Videosignals in ein Frequenzsignal keine fertige Lösung. Man kann aus einem FBAS-Signal den 50 Hz- Synchronimpuls separieren, verstärken und einem Messumformer zuführen. Messumformer gibt es z.B. von Phoenix Contact und auch als OEM Produkt.

Den Trafo würde ich nicht rauswerfen. Wie Du richtig erkannt hast, will die Tonelektronik ja auch noch Strom haben. Das Ergebnis wäre sonst, das dann lauter separate Kästchen um den Projektor herumstehen, inklusive Kabelverhau.

Die Frage ist auch, wie viele Filme überspielst Du denn im Jahr? Eigentlich lohnt sich der ganze Aufwand nicht, um mal eben als Bastelprojekt durchgeführt zu werden.

Gruß Rainer
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Commodore Man

Administrator

Registrierungsdatum: 26. November 2013

Beiträge: 220

6

Mittwoch, 14. Dezember 2016, 19:42

Hallo.

Das Projekt liegt mal wieder auf Eis.

Unter anderem weil der Projektor, den ich ursprünglich zur Umrüstung nutzen wollte nicht so ohne Weiteres auf eine andere Blende (oder keine Blende) umgebaut werden kann. Das Filmlaufwerk wird über reibrad angetrieben und das gegenstück zum reibrad ist eine Blendenscheibe mit umlaufenden ring, an dem das reibrad anliegt. Also ist es nicht möglich, einfach so das reibrad zu entfernen.

Zwecks geschwindigkeitsregelung:
Meine Kamera kann sich selbst auf eine vorher gegebene frequenz Synchronisieren. D.h. wenn man Ihr mitteilt, dass da was mit 25hz flimmert, dann erkennt sie das und synct sich selbst optisch. Geht recht zuverlässig.
Das Heißt, dass es genügt, wenn der Projektor selbst mit einer gewissen präzision läuft und nicht wegdriftet.

Aber aufgeben möchte ich das ganze nicht. Klar ist das Kosten Nutzen verhältniss eher schlecht bis sehr schlecht, aber das ist es wohl bei dem ganzen Hobby, oder was will man mit ner 1" MAZ, wenn man nicht gerade Professionell digitalisieren will ;).

Gruß C-man
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